Mit dem Umbau
ihres alten E-Werks schufen die Stadtwerke Baden-Baden das
passende Studio
Für Talkshows
ist das alte E-Werk der Stadtwerke Baden-Baden wie geschaffen.
Das sagt
einer, der sich auskennt in der Unterhaltungswelt: Frank
Elstner. Der Moderator ist seit
Ende September einmal wöchentlich in dem Industriebau zu
sehen, samstags um 22.20 Uhr
im Südwestrundfunk (SWR).
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| Die
Stadtwerke haben das Kraftwerk für rd. 1,6 Mio. in einen
Veranstaltungsraum umfunktio- niert. "Ein phantastischer Raum", gestand
Frank Elstner der Lokalpresse bei der Einweihung. Mit den modernen
Zweckbauten der Stromproduktion hat das Backsteingebäude aus dem
letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts ohnehin wenig gemein. Das
Innere - rot-weiß gefliest im Rauten- muster mit Rundbogenfenstern in den
hohen Wänden und in Teilen noch bestückt mit den Reliquien der
Technikgeschichte - wirkt wie eine Kathedrale der Industrie- kultur. Als
die Stadtwerke ver- gangenes Jahr über die künftige Nutzung des
denkmalgeschützten Gebäudes nachdachten, war im Strommarkt gerade der
Wett- bewerbe voll entbrannt. Das erwies sich als ausschlaggebend. Nicht
Lagerhalle oder Bürogebäude sollte das Gemäuer werden, | |
sondern Ausstellungs- und Ver- anstaltungsraum. Ein Ort, der gut zum
neuen Marktauftritt des Unter- nehmens passt: Als Forum für Werbe- und
Marketing- aktionen und vor allem als Teil der nun breiteren
Produktpalette. Dass das Veran- staltungsgeschäft gut läuft, mit dem SWR
als Partner und mit Frank Elstner und seiner Sendung "Menschen der
Woche" als echtem Zugpferd, liegt natürlich auch daran , dass das
Fernsehen gleich um die Ecke ist. Der Baden-Badener Sender hat die
Maschinenhalle vorerst für 20 Bei- träge angemietet, jede Woche von
Donnerstag bis Sonntag früh. Über den Mietzins hält man sich bei den
Stadtwerken bedeckt, doch soll sich der Kulturbetrieb im Kraftwerke
un-term Strich lohnen, bekräftigten die Stadtwerke. Der Ausbau des
E-Werks zu einem Werbeträger mit überregionaler Wirkung bringe Auf- lagen
des Denkmalschutzes mit den Herausforderungen der Marktöffnung
| | in Einklang.
Dieselmotoren
rattern hier schon lange nicht mehr. Im Februar 1966 endete
die Eigenerzeugung in Baden-Baden mit der Umstellung von
Gleich- auf Wechselstrom. Sie begann am 3.Juli 1898, als
das E-Werk erstmals, in erster Linie zur Beleuchtung des
Kurhauses und einiger Geschäfte, Strom be- reitstellte.
Infolge der Umstellung der öffentlichen Straßenbe- leuchtung
von Gas auf Strom und der auch sonst wachsenden Nachfrage
wurden 1906 zwei je 450 PS starke Dampfturbinen installiert.
Doch schon 1914 mit dem Bau einer 20 kV-Freileitung; die
eine Fremdversorgung er- möglichte, verlor das E-Werk seine
ursprüngliche Bedeutung. Die Dieselmotoren wurden in der
Folgezeit lediglich zur Sicherung der Versorgung angeworfen.
Nach 1966 diente das Gebäude dann als Lagerhalle.
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