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Stadtwerke > MerkurBergbahn > Die Geschichte der Bahn Mail Druckansicht
 
 
 
1873
Reichskanzler Otto von Bismarck veranlasst durch einen Reichstagsbeschluss die Schließung der Spielbank Baden-Baden.
Um die wirtschaftliche Existenz der Kurstadt zu retten, schlug Herr Van Baalen, Besitzer der Villa "Hollandia", den Bau einer Bergbahn auf den Merkur vor.
  
1874Van Baalen veröffentlicht eine Broschüre mit dem Titel "Projekt eines Eisenbahn-Bau-Unternehmens auf den Merkur".
  
1875Van Baalen legt dem Stadtrat die Entwürfe der "Internationalen Gesellschaft für Bergbahnen" vor.
Der Ausgangspunkt sollte am Anfang der Seufzerallee (Ende der heutigen Sophienstraße) liegen. Die Streckenführung war über Ebersteinburg bis zur "Station Teufelskanzel" und von dort über den Nordhang bis zum Gipfel geplant.
  
1876Die Großherzogliche Regierung verabschiedet das Gesetz zum Bau der Eisenbahn auf den Merkuriusberg.
Das Projekt kam jedoch aus dem Stadium der Formalitäten nicht heraus.
  
1881

Für das Unternehmen kann seitens der Stadt keine gesunde finanzielle Grundlage gefunden werden. Auch Van Baalen selbst hat für die Idee fast sein ganzes Vermögen geopfert.
Der Traum von der Bahn auf den Merkur wanderte zunächst in die Schublade.

  
1881 - 1990Elektrische Straßenbahnen sollen die Pferdebahnen ablösen. Bei der Planung entsteht die Anregung, dass eine Bergbahn auf den aussichtsreichsten Berg der Bäderstadt "denkbar günstige Aussichten und Rentabilität in sich vereinige".
  
1910Der Bürgerausschuss beschließt den Bau der Straßenbahn vom Leopoldsplatz zum Merkurwald.
Nach zweijähriger Bauzeit wurde die Straßenbahn 1912 in Betrieb genommen.
  
1911Das fertige Projekt der Standseilbahn, angefertigt von der Maschinenfabrik Esslingen, wird vom Städtischen Betriebsamt vorgelegt.
Der Bürgerausschuss bewilligte einen Kredit in Höhe von 451 000 Mark und ermöglichte damit den Baubeginn.
  
1912Im Mai erfolgt der erste Spatenstich zum Bau der Merkurbergbahn.
  
1913Nach einer Bauzeit von 15 Monaten ist die Merkur Bergbahn fertiggestellt Die Bahn wird am 16. August in Anwesenheit zahlreicher Gäste eröffnet.
  
1913 - 1966In den Jahren 1913 bis 1966 beförderte die Bahn 5 600 000 Fahrgäste. Die Betriebseinrichtung erforderte über 40 Jahre hinweg keine technischen Erneuerungen. Die Betriebskosten wurden durch die Verkehrseinnahmen gedeckt.
  
1955Die Instandsetzungsarbeiten werden umfangreicher. An den Brücken und der Gleisanlage zeigen sich erste Alterungsschäden.
Die Modernisierungsarbeiten wurden in den Wintermonaten der Jahre 1956 - 1959 durchgeführt. Nach längerer Stilllegung wurde das Wirtschaftsgebäude Restaurationsbetrieb unter der Leitung der Kurhaus - Gaststätten GmbH wieder eröffnet.
Der Ertrag stand jedoch in keinem Verhältnis zu den Unterhaltungskosten, verursacht durch die Betriebsruhe in den Wintermonaten.
  
1967Am 2. November wird die Merkurbergbahn stillgelegt.
  
1977Zehn Jahre später, am 14. September, entschließt sich der Gemeinderat zur Erneuerung der Standseilbahn und zur Reaktivierung des Gipfels.
Ermöglicht wurde dies durch einen Zuschuss der Bäder- und Kurverwaltung. Bei der Bestandsaufnahme wurde festgestellt, dass der Zustand der gesamten Anlage eine vollkommene Erneuerung erfordert.
Die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Baden-Baden wurden mit der Planung, Bauausführung und der späteren Betriebsführung beauftragt.
Am 5. Oktober 1977 erhielt die Firma Von Roll den Auftrag zur Erneuerung der Bahnanlagen.
  
1979Nach einer Bauzeit von 18 Monaten wird die Bahn am 27. April im Beisein von 300 Ehrengästen wieder in Betrieb genommen.
  
1979 – 1985Nach der Eröffnung am 27. April 1979 wurden jeweils Spitzenbeförderungsleistungen bis 3.500 Fahrgäste pro Tag erreicht. Die Bahn war nunmehr vollautomatisch, ohne Personal vor Ort. Dies wurde erst durch die technischen Einrichtungen, wie z.B. eine Fernüberwachungsanlage möglich.
Um die Beförderungskapazität der Bahn zu erhalten bzw. zu erhöhen, wurde die Betriebsgeschwindigkeit erhöht. Sie betrug bei der neuen Bahn zwischen 2 und 6 Meter pro Sekunde. Um jedoch den Betrieb und die Sicherheit der Bergbahn zu gewährleisten, wurde von nun an neben anderen Maßnahmen jährlich eine große Revision durchgeführt.
  
1989Am 7. Mai 1989 feiert die „neue Merkur-Bergbahn“ ihr 10-jähriges Bestehen. Pünktlich zum Fest erschien auch die erste Auflage des Buches „Merkur-Bergbahn Baden-Baden“. Bis zu ihrem Jubiläum hatte die Bergbahn bereits 1,2 Mio. Fahrgäste befördert und legte mit beiden Wagen 364.000 Wagenkilometer unfallfrei zurück.
  
1993Am 22. August 1993 feiert die Merkur-Bergbahn ihr 80-jähriges Bestehen. Hierzu gab es im BürgerBüro eine Ausstellung über die Bahn, welche den Bürgern und Besuchern der Stadt einen schönen Eindruck von der abwechslungsreichen Geschichte der Bergbahn präsentierte.
  
1997 Die Öffnungszeiten der Merkur-Bergbahn wird von 18.00 Uhr auf 22.00 Uhr verlängert.
Weil der Merkurgipfel nun zunehmend als erlebnisreiches Ausflugsziel entdeckt wurde, planten die Verkehrsbetriebe Veranstaltungen wie das Ostereiersuchen oder die Nikolausfeier auf dem Merkur.
  
1999Am 26. Dezember 1999 fegt der Orkan „Lothar“ über den Stadtwald von Baden-Baden und zerstört einen Großteil des Baumbestandes.
Etwa 10 Bäume lagen über der Bahnstrecke, die Schienen wurden dabei zum Glück nicht beschädigt. Am 15. April 2000 konnte die Bahn wieder wie gewohnt fahren.
  
2001Der Warteraum in der Talstation wird neu eröffnet. Er ist im ursprünglichen Jugendstil restauriert. Hier findet der Fahrgast zahlreiche Informationen zur Merkur-Bergbahn
  
2002Face-Lifting für eine Bergbahn.
Nach 23 Jahren und ca. 500.000 Kilometer Laufleistung sowie eine Beförderung von ca. 3 Millionen. Fahrgästen war für die Bergbahnwagen Halbzeit und damit eine Teilsanierung erforderlich. Am 23. Januar 2002 wurden die Wagen mit einem Kranwagen von den Gleisen gehoben und mit einem Tieflader in die Schweiz zur Instandhaltung bzw. Teilrevision gebracht.
  
2003Im Jahr ihres Jubiläums können die Verkehrsbetriebe voll Stolz auf „ihre“ MerkurBergbahn blicken. Nach 90 Jahre voller Höhen und Tiefen hat sich die Bergbahn heute als erlebnisreiches Ausflugsziel einen besonderen Platz im Herzen der Bürger und Besucher von Baden-Baden erobert.
Inzwischen kann man auch vom Merkur in die Lüfte abheben. Die MerkurBergbahn bringt die Hobby-Flieger mit Gleitschirm ausgerüstet zu ihrem Startplatz, von wo aus sie ihren schwebenden Weg ins Tal antreten.